Checkliste: Häusliche Pflege

Behalten Sie den Überblick – Schritt für Schritt.

Phase 1: Akutmaßnahmen & Organisation

Wenn der Pflegebedürftige entlassen wird oder sich der Zustand verschlechtert, muss die Versorgung gesichert sein.

Versorgung & Pflege sicherstellen

Wer übernimmt die Pflege?Klären Sie im Familienrat: Wer kann wann da sein? Wer kocht? Wer geht einkaufen? Erstellen Sie einen Wochenplan.
Pflegedienst kontaktierenBenötigen Sie professionelle Hilfe (z.B. für Spritzen, Waschen)? Suchen Sie frühzeitig einen Pflegedienst (Kapazitäten sind oft knapp!).
Pflegebett / HilfsmittelIst ein Krankenbett nötig? Ein Rollstuhl? Wenn der Arzt dies im Krankenhaus verordnet, kümmert sich oft der Sozialdienst der Klinik um die Lieferung.
Hausarzt informierenMelden Sie, dass der Patient nun zu Hause gepflegt wird. Klären Sie Hausbesuche.
Schlüssel organisierenHaben alle Helfer (und der Pflegedienst) einen Schlüssel zur Wohnung?

Phase 2: Dokumente & Rechtliches

Ohne diese Papiere sind Sie oft handlungsunfähig, wenn der Betroffene selbst nicht mehr entscheiden kann.

Der Papierkram

VorsorgevollmachtExistiert eine Vollmacht? Liegt sie im Original vor? Ohne Vollmacht dürfen Sie keine Verträge kündigen oder Bankgeschäfte erledigen.
PatientenverfügungWelche medizinischen Maßnahmen wünscht der Betroffene im Notfall? Liegt das Dokument griffbereit (z.B. im Kühlschrank oder am Eingang)?
Pflegegrad-AntragSofort bei der Pflegekasse anrufen und Antrag stellen.
SchwerbehindertenausweisBeim Versorgungsamt beantragen. Bringt steuerliche Vorteile und Vergünstigungen.
KontovollmachtHaben Sie Zugriff auf das Bankkonto? Eine allgemeine Vollmacht reicht Banken oft nicht – fragen Sie nach einer Bankvollmacht.

Phase 3: Wohnumfeld & Sicherheit

Die meisten Unfälle passieren zu Hause. Eine pflegegerechte Wohnung verhindert Stürze und erleichtert die Pflege.

Sicher wohnen

Stolperfallen entfernenEntfernen Sie alle losen Teppiche, Brücken und Läufer. Fixieren Sie Kabel an der Wand. Sorgen Sie für freie Laufwege.
BeleuchtungSorgen Sie für helle Lampen. Installieren Sie Bewegungsmelder im Flur oder Nachtlichter für den Weg zur Toilette.
BadezimmerNutzen Sie rutschfeste Matten. Bringen Sie Haltegriffe am WC und in der Dusche an (auch zum Kleben/Saugen für Mietwohnungen erhältlich).
HausnotrufEin Armband mit Knopf. Wenn der Pflegebedürftige stürzt und allein ist, kann er Hilfe rufen. Die Pflegekasse übernimmt oft die Kosten.
Pflegehilfsmittel vorrätigHaben Sie Einmalhandschuhe, Desinfektionsmittel und Bettschutzeinlagen vorrätig?

♥ Wichtig: Achten Sie auf sich selbst!